03/26 Doñana, Spanien

 

PARQUE NACIONAL DE DOÑANA, ANDALUSIEN, SPANIEN

Spaniens grösstes Feuchtgebiet ist der letzte Rückzugsraum für Europas seltenste Raubkatze.

Zwischen Sevilla und der Atlantikküste erstreckt sich eines der letzten grossen Naturwunder Europas. Der Parque Nacional de Doñana bedeckt rund 540 Quadratkilometer aus Sanddünen, Pinienwäldern, Korkeichenhainen und weit geöffneten Marismas – jenen saisonalen Feuchtgebieten, die im Frühjahr zu flachen Seenlandschaften anschwellen und im Sommer zu rissigen Salzflächen austrocknen. Diese ungewöhnliche Vielfalt macht Doñana zu einem der artenreichsten Ökosysteme des Mittelmeerraums und zum wichtigsten Rastplatz für Zugvögel zwischen Afrika und Europa. Seit 1994 gehört der Park zum UNESCO-Welterbe.

Vor allem aber ist Doñana der letzte grosse Rückzugsraum für die seltenste Raubkatze des Kontinents: den Iberischen Luchs. Noch vor zwanzig Jahren lebten weniger als hundert dieser Tiere in freier Wildbahn. Dank eines der ehrgeizigsten Artenschutzprogramme Europas – dem Iberlince-Projekt – hat sich die Population inzwischen wieder auf über 1.700 Individuen erholt. Doñana ist Herz und Ursprung dieser Rückkehr.

 

DIE SERIE

Die Expedition dokumentiert die drei Charakterarten der Region:

  • Iberischer Luchs – Aufnahmen aus Ansitzen an bekannten Wechselstellen, in Zusammenarbeit mit einem lokalen Ranger des Iberlince-Programms. Distanz stets über 60 Meter, kein Ködern, keine Anlockung.

  • Spanischer Kaiseradler – Beobachtungen an einem Horst im nördlichen Parkteil, mit Serien zu Fütterungsverhalten und Ansitzflügen.

  • Flamingokolonien der Marismas – Aufnahmen im weichen Licht der frühen Morgenstunden, wenn tausende Rosaflamingos in den flachen Lagunen des Südteils rasten und ihre Nahrung filtern.

Ergänzend entstanden Motive von Bienenfressern in den ockerfarbenen Sandwänden, von Wiedehopfen auf ihren Beobachtungswarten und vom stillen Alltag einer Landschaft, die sich nur der Geduld erschliesst.


BILDER LIZENSIEREN ODER FINE ART PRINTS BESTELLEN

Die Signature-Motive dieser Expedition sind ab sofort im Portfolio verfügbar – für redaktionelle Lizenzierung mit vollständigen wissenschaftlichen IPTC-Metadaten oder als Fine Art Print für die eigene Wand.

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ab CHF 180.00

In erdigen Tönen und natürlicher Textur gehalten, zieht diese Vase mit ihrer vielschichtigen Oberfläche und ihrer skulpturalen Ausstrahlung alle Blicke auf sich. Ihre großzügige Form eignet sich ideal für ausdrucksstarke Blumenarrangements – oder als eigenständiges Kunstobjekt.

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REISEBERICHT

EIN TITELMOMENT DER ALLES VERÄNDERT

Es ist 6:47 Uhr am zweiten Morgen. Die Sonne hat den Horizont noch nicht erreicht, aber die Luft riecht bereits nach dem Salz der Marismas und dem harzigen Duft der Pinien. Ich sitze seit vier Stunden reglos in einer selbstgebauten Tarnkonstruktion aus Palmwedeln und Militärstoff, achtzig Meter vom nächsten Wildwechsel entfernt. Meine Beine sind eingeschlafen, meine Finger klamm. Und dann tritt er aus dem Schatten.

Ein erwachsener iberischer Luchs. Fell wie geschmiedetes Kupfer, die charakteristischen schwarzen Pinselohren aufgerichtet, die Bewegungen so leise, dass selbst die Zikaden im Ginster nicht verstummen. Zwölf Minuten lang bleibt er in Reichweite meines 500-Millimeter-Objektivs. Zwölf Minuten, die für eine ganze Reise reichen.

Dies ist die Geschichte davon, wie es dazu kam.

WARUM DOÑANA - UND WARUM AUSGERECHNET IM MÄRZ

Doñana ist keine Landschaft, die man beiläufig fotografiert. Der Nationalpark im Südwesten Andalusiens erstreckt sich zwischen der Mündung des Guadalquivir und der Atlantikküste über 540 Quadratkilometer aus Sanddünen, Korkeichenwald, Pinienhainen und den weiten Marismas – jenen saisonalen Feuchtgebieten, die im Winter zu flachen Seenlandschaften anschwellen und im Sommer zu rissigen Salzflächen austrocknen.

Der März ist das Zeitfenster, in dem die Landschaft ihre grösste fotografische Dichte erreicht. Die späte Regenzeit hat die Marismas bis an den Rand gefüllt, tausende Zugvögel rasten auf ihrem Weg von Afrika nach Nordeuropa, die Flamingos formieren sich zu rosaroten Bändern in den flachen Lagunen. Für den iberischen Luchs beginnt die Ranzzeit – die einzige Phase im Jahr, in der die scheuen Katzen ihre Territorien häufiger und weiter durchstreifen als sonst.

Ein Aufenthalt im Sommer wäre unmöglich gewesen: 45 Grad im Schatten, ausgetrocknete Marismas, versteckte Tiere. Der Herbst hätte weniger Wasser gebracht, weniger Zugvögel, härteres Licht. Der März war die einzig richtige Wahl – auch wenn er im ersten Drittel noch mit Regenschauern kalkuliert werden muss.

SECHS MONATE VORBEREITUNG FÜR ELF FELDTAGE

Wildlife-Fotografie am oberen Ende der Skala beginnt nicht am Flughafen. Sie beginnt sechs Monate vorher am Schreibtisch.

Ab September 2025 lief die Recherche: Beobachtungsprotokolle des Iberlince-Programms, aktuelle Karten der Luchs-Territorien, Wetterstatistiken für März in Andalusien, Publikationen der Estación Biológica de Doñana zum Verhalten der Zielarten. Parallel begann die Kontaktaufnahme zu einem lokalen Ranger, der seit über zwölf Jahren im Programm arbeitet und ohne dessen präzise Ortsangaben diese Reise ein Blindflug geblieben wäre.

Im Dezember lag die schriftliche Zusage der Parkverwaltung vor: Erlaubnis, an drei ausgewählten Wechselstellen ausserhalb der öffentlichen Wege Ansitze zu errichten – unter strikten Auflagen zur Distanz, zur maximalen Aufenthaltsdauer und zum absoluten Verzicht auf Anlockung. Im Januar folgte die Buchung eines rustikalen Finca-Zimmers in El Rocío, jenem kleinen Wallfahrtsort am nordwestlichen Rand des Parks, der als Basislager ideal ist: keine 15 Autominuten zu den ersten Ansitzstellen, kein Massentourismus, ein guter Bäcker.

DIE TAGE IM UND UM DEN NATIONALPARK

FELDETHIK: WAS AUS DIESER REISE NICHT EXISTIERT

Es gibt Aufnahmen, die technisch möglich gewesen wären und die nicht entstanden sind. Das ist mir für einen Wildlife-Bericht wichtiger zu erwähnen als die geglückten Motive:

An Tag 7 hätte ich mich näher an das Luchs-Weibchen mit den Jungtieren heranarbeiten können. Ich habe es nicht getan – die 95-Meter-Distanz war fotografisch ausreichend und ethisch die einzig verantwortbare Grenze. An Tag 3 hätte ein Anlockversuch mit Aas eine höhere Trefferquote am Kaiseradler-Horst garantiert. Ich habe darauf verzichtet – der Nationalpark verbietet es, und die Verhaltensfolgen für die Vögel wären langfristig schädlich. An Tag 10 hätte ich die Rothirsche durch lautes Ansprechen zum Kopfheben bringen können. Ich habe stattdessen 40 Minuten gewartet, bis einer von selbst nach oben schaute.

José hat mir am zweiten Tag einen Satz gesagt, den ich seitdem als Grundregel führe: „Der beste Wildlife-Fotograf ist der, dessen Anwesenheit die Tiere niemals bemerken."

NACH DER REISE: BILDBEARBEITUNG UND ARCHIVIERUNG

Zuhause in der Schweiz: erste Rohsichtung mit FastRawViewer, Grobauswahl von 4.200 Rohaufnahmen auf 890 Kandidaten. Farbmanagement über kalibrierten Monitor (X-Rite i1Display Pro), Entwicklung in Capture One mit Farbprofilen, die auf dem ColorChecker Passport der Reise basieren. Rauschreduktion und selektive Auflösungserhöhung in Topaz Photo AI, ausschliesslich auf real fotografierten Motiven – keinerlei generative KI, keine Composites.

IPTC-Metadaten pro Bild: GPS-Koordinaten auf 10 Meter genau, lateinischer und deutscher Artname, aktueller IUCN-Rote-Liste-Status, kurze Verhaltensbeschreibung, Datum, Uhrzeit, Aufnahmeparameter.

Endgültige Kuratierung nach zwei Wochen Abstand: 187 Motive schaffen es ins Archiv. Zwölf davon in der Signature-Kategorie, 22 als Premium, 78 als Editorial, der Rest als Standard.

NATURSCHUTZ VOR ORT

Dass es Iberische Luchse heute überhaupt noch zu fotografieren gibt, ist einer der grössten Artenschutz-Erfolge Europas. Von unter 100 wildlebenden Tieren um das Jahr 2000 auf über 1.700 heute – eine Rückkehr, die ohne jahrzehntelange Naturschutzarbeit vor Ort nicht möglich gewesen wäre. Diese Arbeit ist nicht abgeschlossen.

WWF España in Doñana

Der spanische WWF ist seit Jahrzehnten in Doñana aktiv – gegen illegale Wasserentnahmen im Grundwasserreservoir des Feuchtgebiets, gegen die Ausweitung der Erdbeerplantagen an der Parkgrenze und für die langfristige Sicherung der Marismas als Ökosystem. Der Fokus liegt auf dem Erhalt jener Landschaft, die den Iberischen Luchs, den Spanischen Kaiseradler und rund 300 weitere Vogelarten überhaupt erst möglich macht.

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